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German Federal Government Tightens Sales of Kava Preparations
Translated by Erowid
Nov 22, 2001
Deutsche Apotoker Zeitung
Control of kava-kava preparations:
Liver damage from drugs containing kava-kava or kavain?

The federal institute for drugs and medical products intends to revoke the license for drugs containing kava-kava and kavain, including homeopathic drugs. The reason for this is 24 spontaneous reports where "undesirable drug actions with liver involvement" [what language!] have been suspected. There have been ongoing discussions suspecting liver-toxic damage by kava preparations for quite some time (Deutsche Apotherker Zeitung 29/2000). Recently there have been some new cases apart from the ones that had been already known.

Among the known cases there are reports concerning serious hepatotoxic [liver toxic] effects including liver failure, hepatitis, and liver cirrhosis. One case was fatal. It is very difficult to establish a causal connection between the observed undesired drug effects and the ingestion of kava-kava preparations. In 18 cases this connection is regarded as probable or possible. The mechanism of these undesired effects is not known.

From the current research, a dose dependent toxic drug interaction is assumed. According to the federal institute it is definite that the hepatotoxic effects are toxicological drug reactions. There seems to be no connection between the way the raw materials were prepared or the production method (extraction with ethanol or acetone) and the kind and gravity of the effects.

What does this announcement by the BfArM mean in practice?

After announcing this to the producing companies, they have four weeks to give their statements within the framework of a multiple step procedure. So within this timeframe, these preparations are still licenced, are officially available to the market and can be sold. It's the pharmacist's responsibility to advise (when asked), to mention possible liver damage and eventually refrain from recommending these preparations. In case of consumption of alcohol or patients with predamaged liver ingestion of kava-kava preparations should alway be advised against.

Kava-kava preparations are the only plant based preparations that are licensed for nervous states of fright, tension and agitation. If these preparations lose there license, the only therapeutic alternatives for lesser depressive states are preparations from st. Johns Wort or prescription drugs like benzodiazepine, neuroleptics and anti depressives.

[An introduction to kava was not translated.]

Original German:
Zulassung fuer Kava-Kava-Praeparate Leberschaeden durch Kava-Kava- und Kavain-haltige Arzneimittel?

Das Bundesinstitut fuer Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) teilte mit, dass es beabsichtigt, die Zulassung fuer Kava-Kava-haltige und avain-haltige Arzneimittel einschliesslich homoeopathischer Arzneimittel zu widerrufen DAZ 46/2001). Hintergrund sind 24 Spontanmeldungen ueber Verdachtsfaelle unerwuenschter Arzneimittelwirkungen mit Leberbeteiligung. Dass Kava-Kava-Praeparate im Verdacht stehen, hepatotoxische Schaeden zu verursachen ist schon seit laengerer Zeit in der Diskussion (DAZ 9/2000). Zu den schon bekannten Faellen sind in der letzten Zeit weitere hinzu gekommen.

Unter den jetzt vorliegenden Faellen befinden sich Meldungen ueber ravierende hepatotoxische Wirkungen bis hin zu Leberversagen, Hepatitis und Leberzirrhose. Ein Fall verlief toedlich. Es ist sehr schwer, einen kausalen Zusammenhang zwischen den beobachteten unerwuenschten Arzneimittelwirkungen und der Einnahme eines Kava-Kava-Praeparates herzustellen. Der Zusammenhang wird in 18 dieser Faelle als wahrscheinlich oder moeglich eingestuft. Der Mechanismus der unerwuenschten Wirkungen ist nicht bekannt. ch dem derzeitigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse wird von einer dosisabhaengigen toxischen Arzneimittelinteraktion ausgegangen. Nach Angaben des BfArM sind die hepatotoxischen Reaktionen histologisch als toxikologische Arzneimittelreaktionen gesichert. Die Art der Aufbereitung der Ausgangsstoffe und die Herstellungsmethode (ethanolischer oder acetonhaltiger Auszug) scheint dabei keinen bestimmenden Einfluss auf die Art und Schwere der unerwuenschten Reaktion zu haben.

Was bedeutet die BfArM-Meldung fuer die Praxis?

Nach der Mitteilung des BfArM an die herstellenden Firmen haben diese die Gelegenheit, innerhalb von vier Wochen im Rahmen eines Stufenplanverfahrens Stellung zu nehmen. Das heisst, in diesem Zeitraum haben die Praeparate eine Zulassung, sind offiziell am Markt erhaeltlich und koennen auch abgegeben werden. Die Verantwortung liegt in den Haenden des Apothekers, dass er bei Nachfragen entsprechend beraet, auf eventuelle Leberschaeden hinweist und moeglicherweise von einer Empfehlung dieser Praeparate zunaechst bsieht. Auf jeden Fall sollte bei Alkoholkonsum und bei Patienten mit vorgeschaedigter Leber von der Einnahme von Kava-Kava-Praeparaten abgeraten werden. Kava-Kava-Praeparate sind die einzigen pflanzlichen Praeparate, die fuer die Indikation nervoese Angst-, Spannungs- und Unruhezustaende zugelassen sind. Sollte diesen Praeparaten die Zulassung entzogen werden, so blieben an therapeutischen Alternativen fuer leichtere depressive Verstimmungen nur Johanniskraut-Praeparate oder aber verschreibungspflichtige Arzneistoffe wie Benzodiazepine, Neuroleptika und Antidepressiva.

Kastentext: Piper methysticum und seine Inhaltsstoffe

Die Kavapflanze (Piper methysticum) ist unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt. Im deutschsprachigen Raum spricht man von polynesischem Pfeffer, Rauschpfeffer oder Kawa-Kawa, im anglo-amerikanischen Sprachraum sagt man kava-kava-root und narcotic pepper. Die Kavapflanze ist ein Strauch, der bis zu vier Meter hoch werden kann. Kulturformen der Kavapflanze werden auf allen Inseln im Pazifik angebaut. Dort wurde Kava als Anxiolytikum bereits von den Ureinwohnern eingesetzt - meistens als Trank vor einer wichtigen religioesen Zeremonie. Die Pflanze besitzt maechtige, 2 - 10 kg schwere, veraestelte, sehr saftige Wurzelstoecke. Die getrockneten Wurzelstoecke erden zur Extraktgewinnung herangezogen. Hauptinhaltsstoffe der Extrakte sind Kava-Pyrone (Kavalactone) wie Kavain, Dihydrokavain und Methycysticin. Die Kavalactone koennen die Blut-Hirnschranke passieren und wirken in niederen Dosen zentral stimulierend. In hoeheren Dosen loesen sie Wohlbehagen und Entspannung aus. Sehr hohe Dosen fuehren zu Stoerungen der ewegungsablaeufe, ohne dass das Bewusstsein getruebt wird.